01 - «All-INKLUSIVE-Gesellschaft?» | 2026
Anne Gunti, Dominique Mischler und Corina Rainer (Wydehöfli)
Kunstwerk: fotografische Inszenierungen
5 Drucke, Weltformat
CHF 1'500.- / Bild (gesamte Serie CHF 7'500.-)
«All-INKLUSIVE-Gesellschaft?» setzt sich mit dem Spannungsfeld zwischen dem gesellschaftlichen Anspruch auf Inklusion und den Grenzen gelebter Offenheit im Alltag auseinander. Für INKLUSIV ARLESHEIM entwickeln Anne Gunti und Dominique Mischler gemeinsam mit der Fotografin Corina Rainer eine fotografische Arbeit mit Klient:innen des Wydehöfli, die Fragen von Selbstbestimmung, Teilhabe und gesellschaftlicher Zugehörigkeit ins Zentrum rückt. Dabei geht es um Lebensentwürfe und Wünsche, die für viele selbstverständlich erscheinen, Menschen mit Behinderungen jedoch oft nur eingeschränkt zugestanden werden.
Die Arbeit macht sichtbar, wie eng gut gemeinte Fürsorge, strukturelle Vorgaben und gesellschaftliche Vorstellungen miteinander verflochten sein können. Schutzmechanismen, die Sicherheit versprechen, können zugleich zu Begrenzungen werden - etwa dort, wo es um Partnerschaft, Familie, Freizeit, Eigenverantwortung oder die Entscheidung über den eigenen Körper geht. In dieser Weise richtet die Arbeit den Blick auf Widersprüche innerhalb einer Gesellschaft, die sich als offen und inklusiv versteht, deren Bereitschaft zur Teilhabe jedoch häufig dort an Grenzen stösst, wo es konkret, aufwändig oder unbequem wird.
In ihrer fotografischen Inszenierung verbindet die Serie kritische Schärfe mit Sensibilität. Sie beschreibt keine abstrakten gesellschaftlichen Fragen, sondern nähert sich ihnen über persönliche Perspektiven und konkrete Lebensrealitäten. So entsteht eine Arbeit, die Inklusion nicht als Schlagwort behandelt, sondern als gesellschaftliche Praxis befragt - und damit auch nach den Bedingungen fragt, unter denen Zugehörigkeit tatsächlich möglich wird.
Zu den 5 Motiven:
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ALL-IN-clusive
Diese Szene greift den Wunsch nach Partnerschaft, Verbindlichkeit und gemeinsamer Zukunft auf. Im Hintergrund steht Xavers Beziehung zu seiner langjährigen Partnerin Andrea, die kürzlich verstorben ist. Dadurch berührt die Arbeit nicht nur Fragen von Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe, sondern auch Verlust und einen Lebensentwurf, der unvollendet geblieben ist. -
Inklusi-OHNE
Der Wunsch nach Familie und Elternschaft - verbunden mit einer Lebensperspektive, die Menschen mit Behinderungen häufig nicht selbstverständlich zugestanden wird. Die Szene macht sichtbar, wie eng persönliche Zukunftsvorstellungen mit gesellschaftlichen, institutionellen und fürsorgerischen Grenzen verflochten sein können. -
All-Inclusive
Die Szene verhandelt Teilhabe an Konsum, Freizeit und Vorstellungen eines unbeschwerten, genussvollen Lebens. Sie fragt danach, für wen solche Bilder von Freiheit, Erholung und gesellschaftlicher Zugehörigkeit tatsächlich erreichbar sind - und wer dabei oft nicht angedacht ist. -
INK-lusion
Im Mittelpunkt stehen Selbstbestimmung, Mündigkeit und das Recht, über den eigenen Körper zu entscheiden. Die Szene lenkt den Blick auf die Frage, wem gesellschaftlich Eigenverantwortung zugetraut wird - und wem diese noch immer eingeschränkt oder abgesprochen bleibt. -
IN-klusiv
Diese Szene thematisiert Zugehörigkeit, Anerkennung und Sichtbarkeit im öffentlichen und gesellschaftlichen Raum. Sie verweist darauf, dass Teilhabe oft dort brüchig wird, wo Akzeptanz nicht selbstverständlich ist, sondern an Bedingungen geknüpft bleibt.
Zu den Künstlerinnen: Anne Gunti ist Teamleiterin im Wydehöfli und Gründerin sowie Leiterin der Kreativwerkstatt des Wydehöfli. Dominique Mischler ist HGK HyperWerk Absolventin und Mitarbeiterin des Wydehöfli. Corina Rainer ist selbständige Fotografin und Kommunikationsspezialistin.
Hier finden Sie diese Kunstwerk (bitte auf Pin klicken):
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- 01. Wohnheim Wydehöfli